PROLOG – ein deutsch-französisches Projekt über das „Suchen und Finden“ in 12 Kapiteln

 

Teil 1: Es begann in Aquitaine

Zehn jungen Künstlerinnen und Künstler aus Frankreich und Hessen verbringen 20 Tage zusammen im Rahmen des Partneraustauschs Hessen/Aquitaine und wissen nicht, was auf sie zukommt. Denn das Thema ist PERFORMANCE. Als inhaltliche Inspiration dient in offener Form das Thema „Suchen und Finden“ und ist Ausgangspunkt szenischer Experimente, welche als Performance in der Begegnung mit dem LEEREN RAUM in einer Aufführung münden soll. Auch sprachlich gibt es viele Hürden, unterschiedliche ästhetisch-künstlerische Vorerfahrungen und Erwartungen … kann das gut gehen?

Die erste Phase haben sie erfolgreich hinter sich gebracht. Wobei „Erfolg“ heißt, dass es offensichtlich eine intensive Zeit mit Spannung und Freude war. Genaues weiß ich nicht, da ich nicht dabei war. Denn in Frankreich hat unser Kollege Jürgen Genuit autonom mit der Gruppe gearbeitet und lässt sie nun „auf uns (die Choreografin Jungyeon Kim und mich) los“… oder uns auf sie … Ja: Überraschung und Entdeckung ist Prinzip in jeder Hinsicht. Und genau davon handelt dieser BLOG.

Teil 2: Es geht weiter in Rauental/Elville im Tagungshaus KUTA

12 Tage lang. Zwölf Kapitel jeden Tag, welche die Zeit in dem Kulturtagungshaus in Rauental, unser gemeinsames Leben und Erleben widerspiegeln sollen aus meiner ganz subjektiven Sicht. Und das ist vielleicht das einzig „wahre“ was hier zu lesen ist. „Illusion is the only reality“ GUSTAVE FLAUBERT

PS. Ach ja. Das war bereits mein erster Beitrag, denn es ist 01:17 Uhr und der Prolog – Tag 1 hat bereits begonnen. Wie der Tag gelaufen ist gibt es am Donnerstag in Retrospektive; morgen fahren wir alle in unser Zuhause auf Zeit…

NACHTRAG – Gedankenschweifen … 10:27. Uhr

20170906_095356Ich saß gerade auf unserem kleinen Balkon. Das Projekt hat begonnen. Die französische Gruppe ist unterwegs. Die deutschen Teilnehmenden bereiten sich vor und holen ihre Mitspieler um 16:58 Uhr in Frankfurt am Main ab, um gemeinsam zum Kultur- und Tagungshaus Kuta zu fahren. 19:30 Uhr gemeinsame Suppe (vegan ;-)…) in wahrscheinlich aufgeregter erwartungsvoller Stimmung. Das ist die wahrscheinliche nahe Zukunft.

Beim Kaffee trinken dachte ich allerdings zunächst über Autos, Geld und Politik nach. Innerhalb von drei Wochen habe ich 440 € im Zusammenhang mit meinem Auto verloren. Die Eintreibergesellschaft ASFINAG in Österreich ließ mich 120 € Strafe zahlen, weil ich den unteren Rand der Plakette (ordnungsgemäß gekauft…) nicht fest genug angeklebt hatte. Die Stadt Frankfurt treibt 140 € (Umweltzonenverstoß) ein, weil ich am Stadtrand mit meinem Diesel parke (ich fahre nie in die Stadt und nehme umweltfreundlich die Bahn. Das Fahrtenbuch weist dies nach. Einen Dieselfilter einer bayrischen Firma, vom TÜV BAYERN erlaubt, wird vom TÜV HESSEN nicht anerkannt, Nissan bietet keinen Filter an…). Heute morgen erfahre ich, dass der ABS Sensor auf der falschen Seite ausgetauscht wurde (Info einer ungarischen Werkstatt). Weitere 180 €.

Warum erzähle ich das?

Als ich so da saß mit Blick auf unseren Ahorn, untermalt vom genußvollen Knabbern des dort wohnhaften Eichhörnchens, da wurde mir wieder bewußt, dass die Welt nicht perfekt ist. Und auch ich nicht. Und dass wahrscheinlich „Perfektion“ eine der irrigsten Erfindungen menschlichen Geistes ist. Eine Vorstellung, die oft mehr hindert als hilft. Und genau darum geht es auch in unserem deutsch-französischen Kulturprojekt. Begegnungen zu ermöglichen mit sich selbst, mit der Welt, alles, was hindert loswerden oder nicht zu groß machen (jedenfalls nicht größer als es ist…) und perfekt unperfekt mitzuspielen im großen Welt-Spiel auf der großer BühneFür die kleine Bühne im Theaterraum ist die Improvisation ein gutes Training Bewertungen zu erkennen, Abstand zu gewinnen und im Jetzt zu sein und dies ästhetisch Auszudrücken.

Kulturelle Bildung – oder wie wollen wir Leben? 

Nein, ich bin nicht dankbar und froh 440 € zu bezahlen (FUCK!FUCK!FUCK!). Aber ich fühle mich erleichtert, dass ich mich jeden Augenblick entscheiden kann, was wirklich zählt (und hier gehört Geld unter normalen Bedingungen wirklich nicht dazu…). So richte ich meinen Fokus auf die wertvolle Zeit, die vor mir liegt mit einer Gruppe spannender, nerviger, toller, lustiger, trauriger, neugieriger Menschen, mit ihren vielen ICHS, die wahrscheinlich irgendwie auf der Suche sind (wie ich auch…) und voller Überraschung immer wieder feststellen, dass das, was wir finden nicht immer jenes ist, was wir suchten. Und darauf freue ich mich und bin langsam wirklich aufgeregt:

Auf ins UNPERFEKTE – On y va !!! 

„Life is what happens while I am busy making other plans“ JOHN LENNON

4 Kommentare zu „PROLOG – ein deutsch-französisches Projekt über das „Suchen und Finden“ in 12 Kapiteln

  1. Hey Ferenc, sehr schöner Ansatz, ich freu mich das zu lesen. Deine Worte zum Thema WordPress: the truth! Ich schwankte auch zwischen tutorial und Einkauf eines Web-Designers.
    Dein “eh“ Bild hatte ich in unsre Gruppe gestellt, schön, dass du es jetzt benutzt.

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